Gebrauchte Musikinstrumente kaufen leicht gemacht

Ein Musikinstrument als Geschenk für die Liebsten? Eine schöne Idee. Allerdings sind hochwertige neue Instrumente sehr teuer und gerade für Anfänger oder Kinder lohnt es sich nicht so tief in die Tasche zu greifen. Eine gute Alternative dazu ist der Kauf eines gebrauchten Instruments. Hier unsere Tipps, wie du ein gut erhaltenes, gebrauchtes Musikinstrument aus der grossen Angebotsmenge herausfilterst.

Kurz gesagt
1. Tradition statt Massenproduktion
2. Achte auf Schäden am Äusseren und Inneren des Musikinstruments
3. Hochwertigere Materialen steigern die Klangqualität
4. Frage nach den Lagerungsbedingungen
5. Alle Einzelteile und das Zubehör solltest du genau unter die Lupe nehmen
6. Spiele immer ein Probestück bevor du ein gebrauchtes Instrument kaufst

GItarre

(Bild: tutti.ch)

Auf Traditionshersteller ist Verlass
Für Anfänger ist ein kostengünstiges, in Massenproduktion angefertigtes Instrument eines No-Name-Brands meist ausreichend. Alle Fortgeschrittenen setzen aber besser auf höhere Qualität, deshalb ist es ratsam sich für ein Musikinstrument, das von einem Traditionshersteller produziert wurde, zu entscheiden. Gebrauchte Instrumente bekannter und hochwertiger Marken sind zwar teuer, haben aber den Vorteil, dass sie selbst nach jahrelanger Nutzung noch in einem sehr guten Zustand sind. Zudem lassen sich Markeninstrumente einfacher weiterverkaufen.

Die Optik bietet Hinweise
Dank dem Beschreibungstext und der Bilder auf tutti.ch kannst du dir einen guten Eindruck über den Zustand eines Musikinstruments verschaffen. Es gilt besonders auf Sprünge, Dellen und Schrammen zu achten. Kleine Risse beeinträchtigen den Klang selten, auch Kratzer und Mäkel im Lack sind nicht weiter schlimm. Jedoch ist der Zustand des Lacks eines Instruments, wie dem Klavier oder der Gitarre, ein Indikator dafür, ob es gut behandelt wurde. Konzertinstrumente, die häufig live gespielt wurden, weisen oft mehr Schäden auf als Instrumente von Laien.

Klavier

(Bild: tutti.ch)

Klangqualität durch hochwertige Materialien
Die verwendeten Materialien tragen zur Qualität eines Musikinstruments bei. So sollten beispielsweise Holzinstrumente statt aus preisgünstigem Sperrholz, besser aus Massivholz gefertigt sein. Hochwertige Materialien steigern auch die Klangqualität. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Luftfeuchte am Lagerungsort. Geringe Luftfeuchtigkeit entzieht dem Holz Feuchte und das Instrument trocknet aus. Dies schadet dem Musikinstrument. Erkundige dich also danach, wie das Instrument gelagert wurde.

Die Suche nach der passenden Grösse
Musikinstrumente kommen nicht nur in Standardgrössen daher, sondern können in den unterschiedlichsten Formaten gekauft werden. Insbesondere beim Kauf eines Kinderinstruments solltest du deshalb auf die entsprechenden Grössenverhältnisse achten. Instrumente für Kinder sind kleiner gebaut und somit für sie leichter zu spielen.

Vollständigkeit der Teile prüfen
Viele Instrumente, wie z.B. die Klarinette, haben eine komplizierte Mechanik bestehend aus vielen kleinen Einzelteilchen. Diese Teilchen müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Ein beschädigtes Einzelteil kann den Klang des Instruments beeinflussen. Deshalb ist es wichtig vor dem Kauf eines gebrauchten Instruments, sich zu vergewissern, dass alle Bestandteile vorhanden und auch in einem guten Zustand sind. Sollte trotzdem etwas fehlen, erkundige dich, ob das Teil nachgekauft werden kann.

Klarinette

(Bild: tutti.ch)

Probieren geht über studieren
Ein letzter Tipp: Kaufe ein Musikinstrument erst, nachdem du es ausprobiert hast. Denn erst beim Spielen werden Instrumente und deren Bestandteile wirklich auf ihre Funktion hin getestet und du kannst nur so entscheiden, ob dir die Mechanik und die Klänge wirklich zusagen.

Viele verschiedene Musikinstrumente findest du auf tutti.ch in der Kategorie “Instrumente“.

Kommentare:

  1. Matthias
    sagte:

    Im Text steht: “Kleine Risse beeinträchtigen den Klang selten.” Diese Aussage stimmt leider nicht. Kleine Risse können von grosser Bedeutung sein, wenn sich diese im Klangkörper oder Resonanzkorpus befinden.
    – Bei einem Klavier beispielsweise sollte man darauf achten, dass der hölzerne Resonanzkörper keine Risse aufweist. sind feine Risse im Lack, hat das keinen Einfluss, sobald man aber erkennt, dass das Holz auch angerissen ist, ist Vorsicht geboten. Die Reparatur des Resonanzkörper ist mühsam und sehr kostspielig.
    – Bei Bläsern (Holz und Metal) kann der feinste Riss bedeuten, dass das Instrument kaputt ist. Ein Laie probiert das defekte Instrument aus, merkt es möglicherweise nicht, da er nicht weiss, wie sich das Instrument zu verhalten hat. Sobald er etwas Übung hat, wird er jedoch merken, dass das Instrument überbläst (d.h. der Ton ertönt eine Oktave höher als erwartet) oder im Bass/Diskant (Tiefenlage/Höhenlage) überhaupt nicht mehr anspricht, also kaputt ist.
    – Bei Saiteninstrumenten wie Gitarre oder Violinen sind häufig feine Risse im Lack. Diese sind unbedenklich. Ist jedoch das Holz gerissen, rate ich vom Kauf ab. Meistens lohnt es finanziell sich nicht, diese reparieren zu lassen.
    – Bei idiophonen Instrumenten wie Xylophone, Marimbaphone, Glocken und Becken (Schlagzeug) bedeuten grundsätzlich die feinsten Risse im Holz, bzw. im Metal, dass diese Platte/Glocke nicht mehr funktioniert. Man soll vor dem Kauf also alle Töne anschlagen, damit man die Gewissheit hat, dass das Instrument in vollem Ausmass funktioniert. Bei Handorgeln, Concertinas und Schwyzerörgeli sollte man unbedingt den Blasbalg auf Risse untersuchen. Vorsicht: ein kleiner Riss verschwindet nicht sondern wird beim Spielen grösser!

    Ich hoffe, das bringt euch etwas.

  2. Annika
    sagte:

    Hallo Matthias, vielen Dank für diese wertvollen Hinweise! LG Annika

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